Die Trainingspyramide beim Pferd – warum Training allein nicht ausreicht

Jennifer Reupke • 19. März 2026
Viele Pferde werden regelmäßig trainiert, und trotzdem fehlt die Entwicklung.

Mehr Kraft.
Mehr Ausdauer.
Mehr Losgelassenheit.

Oft liegt das nicht daran, dass zu wenig gemacht wird. Sondern daran, wie Training aufgebaut ist.

Denn ein Pferd wird nicht durch einzelne Trainingseinheiten besser, sondern durch ein System aus Belastung, Bewegung und Erholung.

Genau hier setzt meine Trainingspyramide an.

Die Trainingspyramide, einfach erklärt

Die Pyramide besteht aus drei Bereichen:


  • Pause / aktive Pause (Basis)
  • Bewegung (Mitte)
  • Training (Spitze)


Sie zeigt nicht nur, was wichtig ist, sondern vor allem wie häufig und in welcher Relation.

Die Basis: Pause & aktive Pause

Pause wird oft unterschätzt, dabei ist sie aus körperlicher Sicht entscheidend.

Während der Pause passiert das, was wir im Training eigentlich erreichen wollen:


  • Muskulatur regeneriert und baut sich auf
  • Sehnen und Bänder passen sich an
  • das Nervensystem verarbeitet neue Reize


Ohne Pause keine Anpassung.


Aktive Pause – warum Stillstand nicht sinnvoll ist

Ein Pferd ist biologisch ein Bewegungstier. Kompletter Stillstand widerspricht seiner Natur.

Deshalb ist die aktive Pause so wichtig:


  • freie Bewegung (Weide, Paddock)
  • Spaziergänge
  • lockeres, stressfreies Arbeiten


Das unterstützt:


  • die Durchblutung
  • den Stoffwechsel
  • die Regeneration der Muskulatur

Die Mitte: Bewegung, der unterschätzte Schlüssel

Bewegung ist der Bereich, der am häufigsten fehlt.

Viele Pferde:


  • werden trainiert
  • stehen danach
  • und sollen beim nächsten Training wieder funktionieren


Genau hier entstehen Probleme.


Was Bewegung im Körper bewirkt

Regelmäßige Bewegung:


  • hält Gelenke geschmeidig
  • verbessert die Sauerstoffversorgung
  • aktiviert den Stoffwechsel
  • stabilisiert den gesamten Bewegungsapparat


Gerade für:


  • ältere Pferde
  • Pferde mit Arthrose
  • Pferde im Muskelaufbau


ist Bewegung essenziell, nicht optional. Bewegung ist Vorbereitung und Nachbereitung zugleich.

Die Spitze: Training, gezielte Reize setzen

Hier entsteht Entwicklung, aber nur, wenn die Basis stimmt.

Im Training setzt du gezielte Reize:


  • Muskelaufbau
  • Kondition
  • Koordination
  • Tragkraft


Das Prinzip dahinter ist einfach:


Reiz setzen → Körper passt sich an → Leistung steigt


Aber nur, wenn:


  • ausreichend Bewegung vorhanden ist
  • genügend Regeneration erfolgt

Das häufigste Problem im Alltag

Viele Trainingspläne sehen so aus:

  • 2–3x Training pro Woche
  • dazwischen wenig Bewegung oder sogar Stehtage


Das Ergebnis:

  • kein nachhaltiger Muskelaufbau
  • stagnierende Entwicklung
  • steigendes Verletzungsrisiko


Warum?


Weil der Körper:

  • den Reiz nicht oft genug bekommt
  • oder nicht sinnvoll verarbeiten kann

Der richtige Trainingsrhythmus

Ein funktionierender Ablauf sieht eher so aus:


Tag 1: Bewegung (Vorbereitung)

Tag 2: Training (Belastung)

Tag 3: Bewegung (Regeneration)

Tag 4: aktive Pause


Dann beginnt der Zyklus erneut. So entsteht echte Entwicklung.

Warum das aus medizinischer Sicht entscheidend ist

Ein Pferdekörper passt sich langsam an. Besonders:

  • Sehnen
  • Bänder
  • Gelenke


reagieren empfindlich auf:

  • zu hohe Belastung
  • zu lange Pausen


Zu wenig Bewegung kann führen zu:

  • Verspannungen
  • schlechter Durchblutung
  • erhöhtem Verletzungsrisiko


Zu viel Training ohne Pause:

  • Überlastung
  • Muskelabbau statt Aufbau
  • mentale Erschöpfung


Gesundheit entsteht immer aus Balance.

Mein Ansatz

Ich betrachte Training nie isoliert. Ein Pferd kann im Training nur das leisten, was sein Alltag überhaupt ermöglicht.

Deshalb gehört für mich immer zusammen:


  • Haltung
  • Fütterung
  • Bewegung
  • Training

Fazit

Ein Pferd wird nicht besser durch:

  • mehr Training
  • längere Einheiten
  • mehr Druck


Sondern durch:

ein durchdachtes System

  • Pause.
  • Bewegung.
  • Training.

In der richtigen Reihenfolge.

Wenn du das Gefühl hast, deinem Pferd und dir fehlt der rote Faden im Training,

dann lohnt es sich, genau hier anzusetzen.


  • Schau dir meine Trainingsansätze an
  • Oder starte mit einem einfachen Trainings-System


Denn:

Gesunde Pferde entstehen nicht zufällig.

Sondern durch Struktur.

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Drei Bereiche, die mir besonders wichtig sind. Manchmal erzählt der Körper eines Pferdes eine sehr ehrliche Geschichte. Nach einer längeren Trainingspause verändert sich nicht nur die Kondition, auch Muskulatur, Stoffwechsel und Beweglichkeit reagieren darauf. Genau das sehe ich im Moment auch bei meiner Ponystute Lilly. Über den Winter hatte sie eine längere Pause vom strukturierten Training. Gleichzeitig hat sich auch in meinem eigenen Alltag einiges verändert, sodass ich selbst erst wieder in einen klaren Rhythmus finden musste. Der aktuelle Blick auf Lilly zeigt mir deshalb sehr deutlich, woran wir jetzt arbeiten müssen. Besonders drei Bereiche geben mir wichtige Hinweise für den Trainingsaufbau: der Hals Rücken und Bauchmuskulatur die Hinterhand Jeder dieser Bereiche sagt etwas darüber aus, wie gut ein Pferd seinen Körper aktuell einsetzen kann.
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