Meine fünf Lieblings-Kraftfutter – und warum ich meist mit drei beginne
Die Basis meines Kraftfutters: natürliche Cobs
Bevor ich überhaupt an Getreide denke, schaue ich mir an, ob sich der Bedarf des Pferdes bereits über strukturreiche, pflanzliche Futtermittel decken lässt. Drei Futtermittel haben sich dabei in meinem Alltag besonders bewährt. Sie sind natürlich, gut verdaulich und lassen sich individuell kombinieren.
Luzerne-Cobs
Luzerne gehört zu den hochwertigsten Futterpflanzen in der Pferdefütterung. Sie liefert:
- hochwertige Proteine für Muskulatur und Gewebe
- natürliche Mineralstoffe
- gut verfügbare Energie
Besonders bei Pferden im Training oder beim Muskelaufbau kann Luzerne eine wertvolle Unterstützung sein. Wichtig ist dabei immer die passende Menge, denn auch gute Nährstoffe sollten gezielt eingesetzt werden.
Esparsette-Cobs
Esparsette ist eine der spannendsten Pflanzen in der naturnahen Pferdefütterung. Sie gilt als besonders magenfreundlich und unterstützt eine stabile Verdauung. Viele empfindliche Pferde, etwa mit sensiblen Mägen oder Stoffwechselproblemen, vertragen Esparsette sehr gut. Zusätzlich enthält sie natürliche Gerbstoffe, die das Verdauungssystem unterstützen können.
Heu-Cobs
Heu-Cobs sind im Grunde nichts anderes als komprimiertes Heu. Sie liefern zusätzliche Struktur und können besonders hilfreich sein:
- bei älteren Pferden
- bei Pferden mit Zahnproblemen
- oder wenn Pferde ihr Raufutter schlecht aufnehmen
Auch bei Pferden mit erhöhtem Energiebedarf können sie eine gute Ergänzung sein, ohne den Stoffwechsel unnötig zu belasten.
Wenn mehr Energie gebraucht wird: Getreide
Nicht jedes Pferd braucht Getreide. Ein Freizeitpferd mit guter Heuversorgung und moderatem Training kann oft komplett ohne Getreide auskommen. Anders sieht es aus, wenn ein Pferd:
- viel arbeitet
- schwer zunimmt
- Muskulatur aufbauen soll
- oder im Winter mehr Energie benötigt
Dann können Hafer, Schwarzhafer oder Gerste eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hafer / Schwarzhafer
Hafer gilt als das pferdegerechteste Getreide. Er ist leicht verdaulich und liefert schnell verfügbare Energie. Viele Pferde kommen mit Hafer sehr gut zurecht, wenn er in passender Menge gefüttert wird.
Schwarzhafer wird oft als etwas nährstoffreicher beschrieben und wird von manchen Pferden besonders gern gefressen.
Gerste
Gerste liefert mehr Energie als Hafer und kann deshalb sinnvoll sein, wenn Pferde
mehr Gewicht oder Substanz aufbauen sollen. Da sie schwerer verdaulich ist, sollte sie immer
gequetscht oder aufgeschlossen gefüttert werden. Gerste nutze ich meist nur in kleineren Mengen oder in Kombination mit anderen Futtermitteln.
Mein Grundprinzip bei Kraftfutter
Für mich gilt immer:
So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Viele Pferde brauchen kein kompliziertes Kraftfutter. Oft reicht eine Kombination aus:
- gutem Heu
- einer passenden Mineralversorgung
- und einer kleinen Ergänzung aus natürlichen Futtermitteln
Genau deshalb arbeite ich in der Praxis meist zuerst mit
Luzerne-, Esparsette- und Heu-Cobs. Erst wenn ein Pferd wirklich mehr Energie benötigt, ergänze ich gezielt mit Getreide.
Welche Kombination passt zu deinem Pferd?
Jedes Pferd ist anders. Alter, Training, Stoffwechsel, Haltung und Jahreszeit spielen eine große Rolle dabei, welches Kraftfutter wirklich sinnvoll ist.
Damit du leichter einschätzen kannst, welche Basis zu deinem Pferd passt, habe ich eine übersichtliche Checkliste erstellt.
Sie hilft dir dabei, Schritt für Schritt die passende Kraftfutterstruktur für dein Pferd zu finden.
Hier geht es zur Kraftfutter-Checkliste










