Zusätze, Kräuter & Co. beim Pferd Sinnvolle Unterstützung – oder unnötige Belastung?
Der größte Denkfehler: „Natürlich = immer gut“
Gerade in der naturnahen Fütterung entsteht schnell diese Annahme:
Kräuter sind natürlich, also können sie nicht schaden
Doch das stimmt so nicht. Denn:
- Kräuter wirken
- sie greifen in den Stoffwechsel ein
- und sie können den Körper auch belasten
Genau wie Mineralstoffe oder Medikamente, nur oft unterschätzt
Wann Zusätze wirklich sinnvoll sind
Zusätze und Kräuter haben absolut ihre Berechtigung. Aber nicht dauerhaft. Und nicht pauschal.
Sondern:
Situationsabhängig
Zum Beispiel bei:
- Fellwechsel
- erhöhtem Stress
- Stoffwechselbelastung
- Rekonvaleszenz
- gezielter Unterstützung einzelner Systeme (z. B. Atemwege, Verdauung)
Hier können Kräuter gezielt unterstützen, ohne den Körper zu überfordern.
Warum ich mit Kuren statt Dauerfütterung arbeite
Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist:
Ich arbeite bewusst mit zeitlich begrenzten Kuren
Warum? Weil der Körper deines Pferdes nicht darauf ausgelegt ist, dauerhaft stimuliert zu werden.
Beispiel:
- dauerhaft leberanregende Kräuter
→ können langfristig eher belasten als helfen - dauerhaft entwässernde Kräuter
→ können Mineralstoffhaushalt beeinflussen
Deshalb gilt:
Reiz setzen – Wirkung nutzen – Pause lassen
Mein Ansatz in der Praxis
Ich setze Kräuter und Zusätze gezielt ein:
- angepasst an Jahreszeit
- angepasst an das einzelne Pferd
- angepasst an aktuelle Belastung
Und ganz wichtig:
Nicht parallel wahllos kombiniert
Denn auch hier gilt:
Mehr ist nicht besser.
Kräuter sind keine Ersatzlösung
Ein häufiger Fehler:
Probleme entstehen → Kräuter werden gefüttert
Doch oft liegt die Ursache ganz woanders:
- Haltung
- Grundfutter
- Mineralstoffversorgung
Kräuter können unterstützen, aber sie sollten nichts „reparieren müssen“.
Typische Fehler im Alltag
Was ich häufig sehe:
1. Dauerhafte Kräuterfütterung
ohne Pause oder Ziel
2. Zu viele Produkte gleichzeitig
→ unklar, was überhaupt wirkt
3. Einsatz ohne echten Bedarf
→ „vorsorglich“ wird schnell zur Gewohnheit
4. Kombination mit unpassender Basis
→ Grundproblem bleibt bestehen
Wann du genauer hinschauen solltest
Bevor du etwas ergänzt, stell dir diese Fragen:
- Was ist die Ursache?
- Unterstütze ich, oder kompensiere ich?
- Passt die Basis überhaupt?
Oft liegt die Lösung nicht im Zusatz, sondern im System dahinter.
Meine Empfehlung für dich
Wenn du mit Kräutern und Zusätzen arbeiten möchtest:
- arbeite gezielt
- arbeite zeitlich begrenzt
- arbeite bewusst
Und vor allem:
- beobachte dein Pferd
Denn kein Produkt ersetzt deinen Blick.
Fazit
Kräuter und Zusätze können eine wertvolle Unterstützung sein.
Aber:
- nur dann, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden
Nicht dauerhaft. Nicht wahllos. Nicht als Standardlösung.
Sondern:
- als gezieltes Werkzeug innerhalb eines Systems
Denn:
Gesunde Pferde entstehen nicht durch mehr Produkte. Sondern durch die richtigen Entscheidungen.
Im nächsten Schritt zeige ich dir:
- wie du Kräuter und Mineralisierung sinnvoll kombinierst
- und worauf du bei der Auswahl wirklich achten solltest










