Welche Mineralstoffe dein Pferd wirklich braucht

Jennifer Reupke • 28. März 2026
Und warum „einfach Mineralfutter füttern“ oft nicht reicht

Viele Pferde bekommen Mineralfutter.
Und trotzdem entstehen Probleme.

Stumpfes Fell.
Schlechte Hufe.
Muskelprobleme.
Stoffwechsel-Themen.

Warum?

Weil Mineralstoffe zwar gefüttert werden,
aber oft nicht verstanden werden.

Und genau hier liegt der Unterschied.

Mineralstoffe sind keine Kleinigkeit

Mineralstoffe steuern im Körper deines Pferdes nahezu alles:


  • Stoffwechselprozesse
  • Muskelarbeit
  • Nervenfunktion
  • Huf- und Fellqualität
  • Immunsystem


Ohne ausreichende Versorgung kann der Körper nicht optimal arbeiten, und das passiert oft, ohne dass man es sofort sieht.

Warum Heu allein nicht ausreicht

Heu ist die Basis. Aber keine vollständige Versorgung.

Der Mineralstoffgehalt hängt stark ab von:


  • Bodenqualität
  • Düngung
  • Schnittzeitpunkt
  • Lagerung


Das bedeutet:

Zwei Heuballen können komplett unterschiedlich sein, und genau deshalb ist eine gezielte Mineralisierung so wichtig.

Die wichtigsten Mineralstoffe einfach erklärt

Ich zeige dir die entscheidenden Mineralstoffe, ohne Fachchinesisch.


Zink – für Haut, Fell und Immunsystem

Zink ist einer der häufigsten Mangelstoffe.


Wichtig für:

  • Haut und Fell
  • Wundheilung
  • Immunsystem


Typische Anzeichen für Mangel:

  • stumpfes Fell
  • Hautprobleme
  • schlechte Regeneration


Kupfer – für Stoffwechsel und Hufe

Kupfer spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel.


Wichtig für:

  • Hufqualität
  • Bindegewebe
  • Blutbildung


Zu wenig Kupfer kann zu:

  • schwachen Hufen
  • schlechter Muskulatur
  • allgemeiner Schwäche führen


Selen – für Muskeln und Zellschutz

Selen ist ein Spurenelement mit großer Wirkung.


Wichtig für:

  • Muskelstoffwechsel
  • Zellschutz
  • Regeneration


Achtung:
Hier ist die richtige Menge entscheidend, zu wenig UND zu viel können problematisch sein.


Magnesium – für Nerven und Muskulatur

Magnesium wirkt oft unterschätzt.


Wichtig für:

  • Muskelentspannung
  • Nerven
  • Stressregulation


Mangel kann sich zeigen durch:

  • Unruhe
  • Verspannungen
  • schlechte Losgelassenheit im Training


Natrium (Salz) – oft vergessen, aber essentiell

Einer der am meisten unterschätzten Punkte.


Wichtig für:

  • Flüssigkeitshaushalt
  • Nervenfunktion
  • Leistungsfähigkeit


Ein Salzleckstein reicht oft nicht aus.

Das eigentliche Problem: Das Verhältnis

Jetzt kommt der wichtigste Punkt:

Es geht nicht nur um einzelne Mineralstoffe, sondern um ihr Zusammenspiel


Besonders wichtig:

  • Zink ↔ Kupfer
  • Eisen ↔ Zink ↔ Kupfer


Viele Pferde bekommen z. B.:

  • zu viel Eisen (über Heu)
  • zu wenig Zink und Kupfer


Ergebnis: Mangel trotz Fütterung

Mein Ansatz: Mineralstoffe verstehen statt blind füttern

Ich arbeite nicht mit dem Prinzip:

„Ein Produkt für alle“


Sondern:

Was braucht dieses Pferd, in dieser Situation?


Das bedeutet:

  • Mineralfutter gezielt einsetzen
  • nicht dauerhaft gleich füttern
  • Bedarf regelmäßig hinterfragen


Denn:

  • Fütterung soll unterstützen – nicht kompensieren

Was du konkret für dein Pferd tun kannst

Du musst kein Fütterungsexperte sein.


Aber du kannst anfangen, bewusst hinzuschauen:

  • Wie wirkt dein Pferd aktuell?
  • Gibt es kleine Veränderungen?
  • Passt die Fütterung noch zur aktuellen Situation?


Oft sind es genau diese kleinen Beobachtungen, die den Unterschied machen.

Fazit

Mineralstoffe sind kein „Extra“.


Sie sind die Grundlage für:

  • Gesundheit
  • Leistungsfähigkeit
  • und langfristige Stabilität


Aber:

Nicht jedes Mineralfutter passt zu jedem Pferd, und nicht jede Fütterung passt zu jeder Situation.


Der Schlüssel liegt nicht im Produkt, sondern im Verständnis.

Im nächsten Artikel zeige ich dir:

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