Woran du erkennst, ob dein Pferd im Mineralstoffmangel ist

Jennifer Reupke • 29. März 2026
Die häufigsten Anzeichen, und warum sie oft übersehen werden

Die meisten Pferde bekommen Mineralfutter.
Und trotzdem haben viele nicht das, was sie wirklich brauchen.

Das Problem:

  • Ein Mineralstoffmangel ist selten eindeutig.
  • Und noch seltener plötzlich.

Er entsteht schleichend. Und genau deshalb wird er im Alltag oft übersehen.

Warum viele Anzeichen nicht ernst genommen werden

Viele Veränderungen wirken erstmal harmlos:


  • „Das Fell ist gerade einfach stumpf“
  • „Die Hufe sind halt empfindlich“
  • „Im Winter sieht er immer so aus“


Doch genau hier beginnt das Problem. Der Körper deines Pferdes spricht mit dir, aber oft sehr leise. Und wenn man diese Signale übersieht, wird aus einem kleinen Ungleichgewicht schnell ein echtes Problem.

Typische Anzeichen für Mineralstoffmangel

Nicht jedes Symptom bedeutet sofort einen Mangel. Aber mehrere zusammen sind ein deutliches Signal.


Fell & Haut


  • stumpfes, glanzloses Fell
  • verzögerter Fellwechsel
  • Hautprobleme oder Schuppen


Häufig verbunden mit Zinkmangel


Hufe


  • brüchige oder rissige Hufe
  • langsames Hufwachstum
  • schlechte Hornqualität


Oft ein Hinweis auf Ungleichgewichte bei Kupfer und Zink


Muskulatur & Leistung


  • Muskelabbau trotz Training
  • schnelle Ermüdung
  • fehlende Kraft


Kann u. a. mit Selen oder Magnesium zusammenhängen


Verhalten & Nervensystem


  • Unruhe
  • Schreckhaftigkeit
  • fehlende Konzentration


Häufig unterschätzt, Mineralstoffe wirken auch auf das Nervensystem


Verdauung & Stoffwechsel


  • Kotwasser
  • empfindlicher Magen
  • schwankendes Gewicht


Oft ein Zusammenspiel aus Fütterung, Haltung und Mineralstoffversorgung

Das eigentliche Problem: Es ist selten „der eine Mangel“

In der Praxis sehe ich selten:


„ein Mineralstoff fehlt“


Sondern eher:


Ein Ungleichgewicht im gesamten System


Zum Beispiel:

  • zu viel Eisen aus dem Heu
  • zu wenig Zink und Kupfer
  • dadurch gestörte Aufnahme


Das Pferd bekommt Mineralfutter, und ist trotzdem nicht optimal versorgt

Warum Mineralfutter allein oft nicht die Lösung ist

Viele denken:


„Ich füttere doch Mineralfutter, das passt schon“


Aber:

  • passt es wirklich zum Pferd?
  • zur Haltung?
  • zur aktuellen Belastung?
  • zur Jahreszeit?


Genau hier liegt der Unterschied zwischen, Füttern und Verstehen.

Mein Blick aus der Praxis

Ich sehe immer wieder Pferde, die:


  • ausreichend Futter bekommen
  • regelmäßig gearbeitet werden
  • und trotzdem nicht richtig in Entwicklung kommen


Und oft liegt die Ursache nicht im Training. Sondern in der Basis. In der Versorgung.


Denn:


  • Ein Körper kann nur leisten, was er auch verarbeiten kann.

Was du konkret tun kannst

Du musst nicht sofort alles verändern. Aber du kannst anfangen, genauer hinzuschauen:


  • Hat sich dein Pferd verändert?
  • Gibt es kleine, wiederkehrende Auffälligkeiten?
  • Passt die Fütterung noch zur aktuellen Situation?


Oft sind es genau diese Fragen, die dich auf die richtige Spur bringen.

Fazit

Mineralstoffmangel ist selten laut. Aber er ist fast immer da, bevor Probleme sichtbar werden.


Und genau deshalb lohnt es sich:


  • nicht erst zu reagieren
  • sondern früher hinzuschauen


Denn:


Gesunde Pferde entstehen nicht zufällig. Sondern durch bewusste Entscheidungen.

Im nächsten Artikel zeige ich dir:


  • wie du die Mineralisierung deines Pferdes sinnvoll aufbauen kannst
  • und warum ein System immer besser ist als ein fester Plan
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