Raufutter, Fellwechsel & Kotwasser
Warum der Fellwechsel den Körper besonders fordert
Der Fellwechsel ist kein oberflächlicher Prozess. Er fordert den gesamten Organismus, besonders Stoffwechsel, Verdauung und Nährstoffverwertung.
In dieser Phase muss der Körper:
- alte Strukturen abbauen
- neue Haare bilden
- sich an wechselnde Temperaturen anpassen
All das passiert parallel zum normalen Alltag des Pferdes. Wenn die Basis nicht stabil ist, zeigen sich Veränderungen oft zuerst über Fell und Verdauung.
Welche Rolle Raufutter dabei spielt
Raufutter ist die Grundlage der Fütterung, auch im Fellwechsel. Es liefert Struktur, regt die Verdauung an und bildet die Basis für eine funktionierende Nährstoffaufnahme. Dabei geht es weniger darum, mehr Raufutter zu füttern,
sondern darum, wie gut das vorhandene Raufutter zum Pferd und zur aktuellen Situation passt.
Wichtige Fragen in dieser Zeit sind:
• Frisst das Pferd ruhig und gleichmäßig?
• Bleibt die Kotkonsistenz stabil?
• Wirkt das Pferd zufrieden und ausgeglichen?
Veränderungen in diesen Bereichen sind oft erste Hinweise, dass der Körper gerade mehr leisten muss.
Kotwasser im Fellwechsel, Zufall oder Zusammenhang?
Kotwasser tritt häufig genau in Übergangszeiten auf. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Raufutter „schuld“ ist.
Mögliche Einflussfaktoren sind:
- veränderter Stoffwechsel im Fellwechsel
- Stress durch Wetterumschwünge
- Anpassungen im Fressverhalten
- schwankende Qualität des Raufutters
Raufutter kann hier eine Rolle spielen, vor allem, wenn:
- die Struktur sehr fein ist
- Fresspausen ungünstig liegen
- das Pferd empfindlich auf Veränderungen reagiert
Oft ist Kotwasser ein Zeichen dafür, dass Verdauung und Stoffwechsel gerade nicht ganz im Gleichgewicht sind.
Stumpfes Fell, was sagt es wirklich aus?
Ein stumpfes oder verzögert wechselndes Fell entsteht selten über Nacht. Es ist meist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die zusammenkommen.
Neben genetischen und altersbedingten Einflüssen spielen eine Rolle:
• die Verwertung von Nährstoffen
• die Darmgesundheit
• die Gesamtversorgung über das Raufutter
Raufutter bildet hier die Basis, aber es entscheidet nicht allein darüber, wie glänzend oder dicht das Fell wird. Ein Pferd kann gutes Heu bekommen und trotzdem Unterstützung benötigen, besonders in belastenden Phasen.
Warum Veränderungen nicht isoliert bewertet werden sollen
Ein häufiger Fehler ist es, einzelne Symptome getrennt zu betrachten:
- Kotwasser hier
- stumpfes Fell dort
Dabei hängen diese Anzeichen oft zusammen. Der Körper zeigt über verschiedene Wege, dass gerade Anpassung nötig ist.
Eine naturnahe Herangehensweise bedeutet deshalb:
- genau hinzuschauen
- Veränderungen ernst zu nehmen
- Zusammenhänge zu erkennen, statt schnell zu reagieren
Nicht jedes Symptom erfordert sofort eine Maßnahme, aber jedes Symptom verdient Aufmerksamkeit.
Was du in dieser Zeit konkret tun kannst
Statt hektisch zu reagieren, lohnt sich ein ruhiger Blick auf die Basis:
• Raufutterqualität prüfen: Struktur, Geruch, Fressverhalten
• Fresszeiten beobachten: gleichmäßig oder unruhig?
• Alltag betrachten: Bewegung, Stress, Wetter
• Veränderungen dokumentieren: wann treten sie auf, wie stark?
Oft lassen sich dadurch bereits wertvolle Rückschlüsse ziehen, bevor Ergänzungen überhaupt ein Thema werden.
Fazit: Raufutter bewusst begleiten, besonders im Fellwechsel
Raufutter spielt eine zentrale Rolle,
aber es wirkt immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Organismus. Fellwechsel, Kotwasser und stumpfes Fell sind keine isolierten Probleme, sondern Hinweise darauf, dass der Körper gerade besonders gefordert ist. Wer in dieser Zeit bewusst hinschaut, schafft die Grundlage für Stabilität, ruhig, angepasst und ohne Überforderung.
Weiterführend
Wenn du dich intensiver mit der Raufutterversorgung beschäftigen möchtest, findest du hier weitere Inhalte:
• Raufutter beim Pferd, die Basis der Fütterung










