Raufutter, Fellwechsel & Kotwasser

Jennifer Reupke • 21. Dezember 2025
welche Zusammenhänge wirklich eine Rolle spielen

Der Fellwechsel ist für viele Pferde eine herausfordernde Zeit. Stumpfes Fell, träge Wirkung oder plötzlich auftretendes Kotwasser sorgen oft für Unsicherheit.

Schnell stellt sich die Frage:
Hat das etwas mit dem Raufutter zu tun?

Die kurze Antwort lautet: Manchmal, aber selten allein. Die längere Antwort ist differenzierter und lohnt sich genauer anzuschauen.

Warum der Fellwechsel den Körper besonders fordert

Der Fellwechsel ist kein oberflächlicher Prozess. Er fordert den gesamten Organismus, besonders Stoffwechsel, Verdauung und Nährstoffverwertung.


In dieser Phase muss der Körper:

  • alte Strukturen abbauen
  • neue Haare bilden
  • sich an wechselnde Temperaturen anpassen


All das passiert parallel zum normalen Alltag des Pferdes. Wenn die Basis nicht stabil ist, zeigen sich Veränderungen oft zuerst über Fell und Verdauung.

Welche Rolle Raufutter dabei spielt

Raufutter ist die Grundlage der Fütterung, auch im Fellwechsel. Es liefert Struktur, regt die Verdauung an und bildet die Basis für eine funktionierende Nährstoffaufnahme. Dabei geht es weniger darum, mehr Raufutter zu füttern,

sondern darum, wie gut das vorhandene Raufutter zum Pferd und zur aktuellen Situation passt.


Wichtige Fragen in dieser Zeit sind:

 • Frisst das Pferd ruhig und gleichmäßig?

 • Bleibt die Kotkonsistenz stabil?

 • Wirkt das Pferd zufrieden und ausgeglichen?


Veränderungen in diesen Bereichen sind oft erste Hinweise, dass der Körper gerade mehr leisten muss.

Kotwasser im Fellwechsel, Zufall oder Zusammenhang?

Kotwasser tritt häufig genau in Übergangszeiten auf. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Raufutter „schuld“ ist.


Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • veränderter Stoffwechsel im Fellwechsel
  • Stress durch Wetterumschwünge
  • Anpassungen im Fressverhalten
  • schwankende Qualität des Raufutters


Raufutter kann hier eine Rolle spielen, vor allem, wenn:

  • die Struktur sehr fein ist
  • Fresspausen ungünstig liegen
  • das Pferd empfindlich auf Veränderungen reagiert


Oft ist Kotwasser ein Zeichen dafür, dass Verdauung und Stoffwechsel gerade nicht ganz im Gleichgewicht sind.

Stumpfes Fell, was sagt es wirklich aus?

Ein stumpfes oder verzögert wechselndes Fell entsteht selten über Nacht. Es ist meist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die zusammenkommen.


Neben genetischen und altersbedingten Einflüssen spielen eine Rolle:

 • die Verwertung von Nährstoffen

 • die Darmgesundheit

 • die Gesamtversorgung über das Raufutter


Raufutter bildet hier die Basis, aber es entscheidet nicht allein darüber, wie glänzend oder dicht das Fell wird. Ein Pferd kann gutes Heu bekommen und trotzdem Unterstützung benötigen, besonders in belastenden Phasen.

Warum Veränderungen nicht isoliert bewertet werden sollen

Ein häufiger Fehler ist es, einzelne Symptome getrennt zu betrachten:

  • Kotwasser hier
  • stumpfes Fell dort


Dabei hängen diese Anzeichen oft zusammen. Der Körper zeigt über verschiedene Wege, dass gerade Anpassung nötig ist.


Eine naturnahe Herangehensweise bedeutet deshalb:

  • genau hinzuschauen
  • Veränderungen ernst zu nehmen
  • Zusammenhänge zu erkennen, statt schnell zu reagieren


Nicht jedes Symptom erfordert sofort eine Maßnahme, aber jedes Symptom verdient Aufmerksamkeit.

Was du in dieser Zeit konkret tun kannst

Statt hektisch zu reagieren, lohnt sich ein ruhiger Blick auf die Basis:

 • Raufutterqualität prüfen: Struktur, Geruch, Fressverhalten

 • Fresszeiten beobachten: gleichmäßig oder unruhig?

 • Alltag betrachten: Bewegung, Stress, Wetter

 • Veränderungen dokumentieren: wann treten sie auf, wie stark?


Oft lassen sich dadurch bereits wertvolle Rückschlüsse ziehen, bevor Ergänzungen überhaupt ein Thema werden.

Fazit: Raufutter bewusst begleiten, besonders im Fellwechsel

Raufutter spielt eine zentrale Rolle, aber es wirkt immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Organismus. Fellwechsel, Kotwasser und stumpfes Fell sind keine isolierten Probleme, sondern Hinweise darauf, dass der Körper gerade besonders gefordert ist. Wer in dieser Zeit bewusst hinschaut, schafft die Grundlage für Stabilität, ruhig, angepasst und ohne Überforderung.

Weiterführend

Wenn du dich intensiver mit der Raufutterversorgung beschäftigen möchtest, findest du hier weitere Inhalte:

 • Raufutter beim Pferd, die Basis der Fütterung

 • 5 Fehler in der Raufutterversorgung

 • Checkliste zur Raufutterversorgung

von Jennifer Reupke 13. März 2026
Der Winter ist vorbei. Der Schnee taut. Die Pferde kommen wieder auf die Wiesen, bzw. an das Gras, welches vom Schnee bedeckt gewesen ist. Und plötzlich passiert etwas, das viele Pferdebesitzer irritiert: Die Pferde fressen kaum noch Heu. Der Heuballen liegt fast unangetastet da, während die Pferde scheinbar den ganzen Tag auf der Wiese stehen. Gleichzeitig verändern sich oft noch andere Dinge: - der Bauch wird schlanker - die Hungergrube wird sichtbar - es liegen deutlich weniger Äppel auf der Weide und dem Paddock - der Kot ist fester und kompakter Und schnell kommt die Frage auf: Bekommen meine Pferde überhaupt noch genug Futter? Die gute Nachricht vorweg: In vielen Fällen ist dieses Verhalten völlig normal und lässt sich sehr logisch erklären. Schauen wir uns einmal an, was im Körper und im Verhalten der Pferde gerade passiert.
von Jennifer Reupke 7. März 2026
Hochwertiges, strukturreiches Heu ist das Fundament jeder gesunden Pferdefütterung. Es liefert Rohfaser, Energie, Eiweiß und regt durch langes Kauen die Verdauung und den Speichelfluss an. Doch selbst bestes Heu kann nicht alle Nährstoffe in ausreichender Menge abdecken, die ein Pferd täglich benötigt, besonders Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine sind stark abhängig von Boden, Schnittzeitpunkt und Lagerung.
von Jennifer Reupke 7. März 2026
Bei uns gibt es verschiedene auf dem Trail verteilte Futterplätze. Dies bietet gleich mehrere Vorteile:
von Jennifer Reupke 6. März 2026
Die Geschichte einer skeptischen Paint Horse Stute. Hallo. Ich bin Docs Magic Rose. Aber eigentlich nennt mich hier jeder einfach Maggi. Geboren wurde ich am 20. April 2017. Mein Papa ist der Paint Horse Hengst Docs Magic Big Step. Mit ungefähr 150 cm Stockmaß gehöre ich zu den größeren Pferden hier auf der Ranch. Und ich bin… sagen wir mal… kein ganz einfaches Pferd. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein Pferd, das gelernt hat, vorsichtig zu sein.
von Jennifer Reupke 5. März 2026
Jungpferdetraining mit Struktur, Geduld und einem klaren Ziel. „Ich bin nicht faul. Ich bin ein Haflinger mit Plan.“ Hallo, ich bin Motte. Baujahr 2017. Kräftiger Haflinger-Typ. Ca. 150 cm geballte Substanz, mit Herz. Seit ich sechs Monate alt bin, gehöre ich zu Jenny. Ich bin also kein „Zufallsprojekt“, sondern von Anfang an begleitet. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, bin ich heute noch roh. Nicht angeritten. Nicht „fertig gemacht“. Nicht frühzeitig in ein System gedrückt. Ich bin am Anfang meiner Ausbildung. Und genau darum geht es hier.
von Jennifer Reupke 5. März 2026
und warum sie oft unbemerkt bleiben. Raufutter gilt als die Grundlage jeder Pferdefütterung. Das ist richtig und gleichzeitig der Grund, warum hier besonders viele Fehler entstehen. Denn Raufutter wird oft als „gegeben“ betrachtet: Heu ist da, das Pferd frisst, also passt es schon. In der Praxis zeigen sich jedoch immer wieder Probleme, die nicht durch offensichtlichen Futtermangel entstehen, sondern durch eine nicht optimal angepasste Raufutterversorgung. Dabei geht es selten um grobe Versäumnisse. Viel häufiger sind es kleine Stellschrauben, die langfristig einen großen Einfluss auf Verdauung, Stoffwechsel und Wohlbefinden haben.
von Jennifer Reupke 1. März 2026
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich auf unserem Hof keine Heulage oder Silage füttere. Und ob das nicht „genauso gut“ oder sogar staubärmer und moderner sei. Meine Antwort ist klar, und sie hat nichts mit Trends zu tun, sondern mit dem Verdauungssystem des Pferdes.
von Jennifer Reupke 1. März 2026
Wenn wir über Pferdefütterung sprechen, denken viele zuerst an Kraftfutter, Mineralfutter oder Zusatzprodukte. Doch die Wahrheit ist einfacher, und gleichzeitig anspruchsvoller: Gesunde Pferdefütterung beginnt beim Grundfutter. Nicht als Beilage. Nicht als „Füllstoff“. Sondern als tragende Säule. Und genau hier liegt in vielen Ställen das größte Missverständnis.
von Jennifer Reupke 28. Februar 2026
Ein Erfahrungsbericht über Equines Asthma, Arthrose und warum Bewegung Leben bedeutet. Hallo. Ich bin Lilly. Geboren am 21.04.2000. Deutsches Reitpony. 127 cm, und damit deutlich größer als meine 99-cm Freundin Melody. Seit über 16 Jahren gehöre ich zu Jenny. Und ich bin nicht das nervenstarke „alles egal“-Pony. Ich bin sensibel. Personenbezogen. Ehrgeizig in der Arbeit. Und manchmal fahre ich schneller hoch, als man denkt. Aber ich bin auch der Beweis dafür, dass Diagnosen kein Endpunkt sein müssen.
von Jennifer Reupke 26. Februar 2026
Hallo. Ich bin Melody. Geboren am 12.06.2002. Deutsches Partbred Shetlandpony. Frech, schlau, sensibel, und ja, ein kleines bisschen dominant. Aber vor allem bin ich eines: leichtfuttrig. Und wenn du dich mit Pferdegesundheit beschäftigst, weißt du vermutlich, was das bedeutet.
Mehr anzeigen...