Warum das tatsächliche Gewicht deines Pferdes eine zentrale Rolle in der Fütterung spielt
Gewicht als Grundlage jeder Fütterungsentscheidung
Das Körpergewicht ist die Basis für nahezu alle Berechnungen im Fütterungsmanagement.
Dazu gehören unter anderem:
- die benötigte Raufuttermenge
- die Einordnung von Ergänzungsfuttern
- die Dosierung von Mineralfutter
- die Beurteilung von Zu- oder Abnahmen im Jahresverlauf
Wer das Gewicht nicht kennt oder falsch einschätzt, arbeitet zwangsläufig mit ungenauen Grundlagen. Das kann langfristig zu Über- oder Unterversorgung führen, oft unbemerkt.
Naturnahe Fütterung bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Komponenten zu optimieren, sondern zuerst die Basis zu klären.
Warum schätzen nicht ausreicht
In der Praxis zeigt sich immer wieder, wie stark sich das geschätzte Gewicht vom tatsächlichen Gewicht unterscheidet.
Gerade bei:
- kräftigen Rassetypen
- Pferden mit viel Fell
- Pferden mit ungünstiger Fettverteilung
- sehr kompakten oder sehr langlinigen Körperformen
fällt eine visuelle Einschätzung besonders schwer.
Das Problem dabei:
Selbst kleine Abweichungen von 30–50 kg können bereits einen deutlichen Unterschied in der Fütterungsmenge ausmachen.
Gewicht ermitteln, alltagstauglich und realistisch
Auch ohne Pferdewaage lässt sich das Gewicht sinnvoll erfassen.
Ein korrekt angewendetes Gewichtsband ersetzt zwar keine Waage, liefert aber eine zuverlässige Orientierung, wenn es konsequent genutzt wird.
Wichtig ist dabei nicht die absolute Zahl, sondern die Vergleichbarkeit:
- immer dieselbe Messmethode
- unter ähnlichen Bedingungen
- in regelmäßigen Abständen
So wird das Gewicht zu einem wertvollen Kontrollinstrument, mit dem sich Veränderungen nachvollziehen lassen.
Gewicht nie isoliert betrachten
Ein entscheidender Punkt in der naturnahen Pferdefütterung:
Das Gewicht allein sagt noch nichts über den Versorgungszustand eines Pferdes aus. Ein hohes oder niedriges Gewicht ist nicht automatisch problematisch. Erst die Einordnung macht die Zahl aussagekräftig.
Deshalb sollte das Gewicht immer betrachtet werden:
- in Relation zum Stockmaß
- zum jeweiligen Rassetyp
- und in Kombination mit dem Body Condition Score (BCS)
Erst dieses Gesamtbild ermöglicht eine wirklich individuelle Einschätzung.
Warum regelmäßige Gewichtskontrollen so wertvoll sind
Gewichtsveränderungen passieren meist schleichend. Im Alltag fallen sie oft erst auf, wenn sie bereits deutlich sichtbar sind, besonders im Winter oder bei Pferden mit dichtem Fell.
Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen dabei:
- kleine Veränderungen frühzeitig zu erkennen
- die Fütterung rechtzeitig anzupassen
- Entwicklungen objektiv zu beurteilen
- nicht erst zu reagieren, wenn Probleme sichtbar werden
Dabei geht es nicht um Kontrolle im Sinne von Druck, sondern um Orientierung, Verantwortung und bewusste Entscheidungen.
Gewicht als Teil eines durchdachten Fütterungssystems
In einer naturnahen Fütterung ist das Gewicht kein Selbstzweck. Es ist ein Werkzeug, das hilft, Zusammenhänge zu verstehen und die Fütterung an das reale Pferd anzupassen, nicht an Tabellen oder pauschale Empfehlungen.
Wer das Gewicht regelmäßig ermittelt und richtig einordnet, schafft eine stabile Grundlage für alle weiteren Schritte: vom Raufutter über Ergänzungen bis hin zur langfristigen Gesunderhaltung.
Fazit
Das tatsächliche Gewicht deines Pferdes zu kennen, ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Schlüssel zu mehr Klarheit.
Es hilft dir, fundierte Entscheidungen zu treffen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Fütterung wirklich individuell auszurichten.
Naturnahe Pferdefütterung beginnt mit Verständnis, und dieses Verständnis beginnt beim Pferd selbst.
Du möchtest mehr dazu erfahren, tiefer in das Thema eintauchen, oder Teil meines Futterkompasses sein?
Dann schau doch gerne mal hier vorbei










