Ich bin Melody, und mein Stoffwechsel ist kein Zufall
Leichtfuttrig ist keine Charaktereigenschaft, sondern Stoffwechselarbeit
Viele halten uns Ponys für „robust“. Und ja, wir sind zäh. Wir kommen mit wenig aus. Wir sind genetisch auf karge Bedingungen ausgelegt. Aber genau das wird uns heute oft zum Verhängnis. Zu energiereiches Futter. Zu viel Weide. Zu lange Fresspausen mit anschließendem „Nachholen“. Zu wenig Bewegung. Ich war früher rund. Nicht „niedlich rund“, sondern stoffwechselbelastet rund. Dazu kamen:
- Sommerekzem
- Hufrehe
- empfindliche Phasen im Fellwechsel
Und jedes dieser Symptome hatte eine gemeinsame Ursache: Mein Stoffwechsel war aus dem Gleichgewicht.
Offenstallhaltung, warum sie für mich entscheidend ist
Heute lebe ich im Offenstall mit meiner Freundin Lilly. Fast 24/7 Zugang zu Heu. Fresspausen maximal zwei Stunden. Keine isolierte Boxenhaltung. Bewegung im Alltag. Sozialkontakt. Gerade für ein Hufrehepony ist eines besonders wichtig: Konstanz. Der Körper reagiert empfindlich auf Stress, Hungerphasen oder Zuckerüberschüsse. Lange Fresspausen können Insulinspitzen begünstigen, ein massiver Risikofaktor bei stoffwechselanfälligen Pferden. Durch kontinuierliche, kontrollierte Raufutteraufnahme bleibt mein System ruhiger. Und das sieht man.
Zwei Jahre ohne Weide, war das hart?
Ja.
Seit zwei Jahren hatte ich keine Weidezeit. Nicht, weil ich sie nicht liebe. Sondern weil mein Körper sie nicht verarbeiten konnte. Fruktanreiche Gräser sind für viele Pferde unproblematisch. Für ein reheanfälliges Pony können sie jedoch hochriskant sein. Aber, und das ist wichtig, Verzicht bedeutet nicht für immer Verzicht.
Ab diesem Sommer wird vorsichtig und angepasst wieder angeweidet. Kontrolliert. Beobachtet. Schrittweise. Denn nachhaltige Pferdegesundheit bedeutet nicht radikale Maßnahmen. Sie bedeutet kluge, individuelle Entscheidungen.
Sommerekzem, vom Deckenpony zum „Ich schaffe das“
Ich war jahrelang Ekzemerdecken-Kandidatin. Scheuern. Unruhe. Entzündete Haut. Doch mit:
- angepasster Fütterung
- mineralischer Unterstützung
- stabiler Darmgesundheit
- reduziertem Stoffwechselstress
- optimierter Haltung
stand ich letzten Sommer das erste Mal seit Jahren ohne Ekzemerdecke draußen. Und ich kam gut zurecht. Das war kein Zufall. Das war das Ergebnis von Verständnis.
Was meine Geschichte über Pferdegesundheit zeigt
Hufrehe ist kein isoliertes Problem.
Ekzem ist kein „Sommerpech“.
Übergewicht ist kein Schönheitsfehler.
All das sind Hinweise des Körpers. Und wenn man beginnt, diese Signale nicht zu unterdrücken, sondern zu verstehen, verändert sich etwas. Nicht über Nacht. Nicht mit einer Wunderkur. Sondern durch:
- angepasste Haltung
- bedarfsgerechte Fütterung
- regelmäßige Bewegung
- realistische Erwartung
- konsequente Beobachtung
Pferdegesundheit beginnt im Alltag, nicht im Notfall
Viele Pferdebesitzer reagieren erst, wenn Symptome auftreten. Doch echte Prävention beginnt vorher.
- Wie lange sind die Fresspausen?
- Wie hochwertig ist das Raufutter?
- Gibt es Stoffwechselbelastungen?
- Wird individuell gefüttert, oder nach Schema F?
Ich bin kein „Problempony“.
Ich bin ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man Verantwortung übernimmt.
Und jetzt?
Vielleicht erkennst du dein Pferd in mir wieder.
Ein leichtfuttriges Pony. Ein Rehekandidat. Ein Ekzemer.
Ein Pferd, das irgendwie nie ganz „stabil“ wirkt.
Vielleicht ist es kein Zufall.
Vielleicht ist es ein System, das nach Balance sucht.
Und genau darüber wirst du hier in Zukunft mehr lesen.
Über Haltung.
Über Fütterung.
Über Stoffwechselarbeit.
Über nachhaltige Pferdegesundheit.
Denn jedes Pferd verdient eine Lösung, die zu ihm passt.
Und manchmal beginnt diese Lösung mit Zuhören.
Eure Melody








