Artgerechte Pferdehaltung & naturnahe Fütterung

Jennifer Reupke • 23. Februar 2026
Warum beides untrennbar zusammengehört!

Wenn wir über Pferdehaltung sprechen, denken viele zuerst an Futter.
Welches Mineralfutter? Wie viel Kraftfutter? Welche Kräuter?

Doch eigentlich beginnt alles ganz woanders.

Nicht im Futtereimer.
Sondern im Lebensraum.

Ein Pferd ist ein Bewegungstier.
Es ist ein Herdentier.
Es ist ein Dauerfresser.
Und es ist ein hochsensibles Lebewesen, das auf Struktur genauso angewiesen ist wie auf Freiheit.

Artgerechte Haltung und naturnahe Fütterung lassen sich deshalb nicht trennen.
Sie greifen ineinander, jeden Tag.

Haltung ist mehr als ein Stallkonzept

Für mich bedeutet artgerechte Haltung nicht „perfekt nach Lehrbuch“. Und auch nicht, dass alles immer ideal sein muss.

Es bedeutet, sich ehrlich zu fragen:


  • Hat mein Pferd ausreichend Bewegung?
  • Kann es Sozialkontakt leben?
  • Gibt es Ruhebereiche?
  • Ist der Untergrund durchdacht?
  • Unterstützt der Alltag seine Natur, oder arbeitet er dagegen?


Ein Pferd kann das beste Mineralfutter bekommen, wenn Bewegung fehlt, wird es trotzdem keine echte Gesundheit entwickeln. Haltung ist die Grundlage. Fütterung baut darauf auf.

Grundfutter ist kein Nebenschauplatz

Heu ist kein „Standardprogramm“. Es ist das Fundament.

Ein Pferd ist darauf ausgelegt, viele Stunden am Tag rohfaserreiches Futter aufzunehmen. Nicht in zwei Mahlzeiten. Nicht konzentriert. Sondern kontinuierlich. Qualität, Struktur, Fressdauer und Organisation der Fütterung machen hier den Unterschied. Erst wenn das Grundfutter stimmt, ergibt alles andere Sinn.

Kraft- und Mineralfutter, gezielt statt automatisch

Ich glaube nicht daran, dass jedes Pferd „einfach etwas braucht“. Ich glaube daran, dass jedes Pferd individuell betrachtet werden sollte. Kraftfutter kann sinnvoll sein. Mineralfutter ist oft notwendig. Aber beides sollte eine bewusste Entscheidung sein, keine Gewohnheit.

Futter darf unterstützen. Es sollte nicht kompensieren müssen.

Natürlich heißt nicht planlos

Naturnahe Fütterung bedeutet für mich nicht, alles laufen zu lassen. Im Gegenteil. Sie braucht Struktur. Beobachtung. Anpassung. Jahreszeiten verändern Bedürfnisse. Arbeit verändert Bedarf. Alter verändert Stoffwechsel. Artgerecht heißt deshalb nicht „zurück zur Wildnis“. Es heißt: So nah wie möglich an der Natur, und so strukturiert wie nötig im Alltag.

Meine Haltung

Ich sehe Pferde nicht als Sportgeräte. Aber auch nicht als romantische Wiesenbewohner. Sie sind Partner. Und Verantwortung. Gesunde Pferde entstehen nicht zufällig. Sie entstehen durch bewusste Entscheidungen, jeden Tag.


Haltung.

Grundfutter.

Ergänzungen.

Bewegung.

Struktur.


Alles greift ineinander. Und genau dort setze ich an.

Ausblick

In den nächsten Beiträgen gehe ich Schritt für Schritt tiefer in die einzelnen Bereiche:


  • Lebensraum & Haltung
  • Grundfutter
  • Kraft- & Mineralfutter
  • Kuren, Kräuter & Zusätze


Denn echte Gesundheit entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt, sondern durch ein durchdachtes System. Und dieses System darf leicht sein. Alltagstauglich. Und individuell.

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